Edelmetall
Wer wirklich krisensicher in Edelmetalle investieren möchte, kommt um ihren physischen Erwerb nicht herum. Es existiert eine breite Auswahl an unterschiedlichen Produkten – vom 1 Gramm-Barren über unterschiedlichste Anlagemünzen bis hin zu Multi-Kilo-Barren. Was das Herz erfreut, kann den Verstand aber verwirren. Wir stellen daher hier eine Reihe von Kriterien vor, um das richtige Vehikel für das eigene physische Investment zu finden und haben auch die auf 1-Unze homogenisierten Preise für interessante Münzen- und Barrengrößen bei seriösen Internet-Edelmetallversendern ausgerechnet .
Barren, Münzen und -bei Silber- Münzbarren sind die wohl gängigsten Möglichkeiten des physischen Investments. Auch Granulate der Scheideanstalten oder Sammlermünzen sind denkbar, werden in diesem Beitrag aber nicht betrachtet.
Zunächst spielt die Mehrwertsteuer eine gewichtige Rolle bei der Wahl des Investments. Hier ist zwischen Gold und Silber grundsätzlich zu differenzieren. Anlagegold wie Barren oder die bekannten Anlagemünzen ist aus unterschiedlichen Gründen von der Mehrwertsteuer befreit. Bei Silber schaut es anders aus: Vereinfacht formuliert unterliegen Münzen mit offizieller Zahlungsmittelfunktion dem ermäßigten MwSt-Satz von 7%. Barren hingegen werden mit den vollen 19% veranlagt. Dies hat 2007 zur Ausprägung eines Zwitters, des Münzbarren, geführt. Nomen es omen: Es handelt sich hierbei um Barren, die ebenfalls eine Zahlungsfunktion in einem Land des krisengeplagten Planeten haben und somit in Deutschland dem niedrigeren MwSt-Satz unterliegen.
Dies vorweg. Was jedoch sind eigentlich die Vorteile der physischen Barren- oder Münzform?

Gold und Silber physisch kaufen
Barren und auch Münzbarren sind natürlich stapelbar. Lagervolumen lässt sich somit ganz einfach besser ausnutzen. Eine geringe „Stückelung“ hingegen ist, was viele an Münzen erfreut. Der Hintergedanke ist zumeist, dass Gold und Silber in kleinen Einheiten wirklich ein praktikables Tauschmittel darstellen – z.B. um im Falle eines akuten Währungs-Kollaps des Euro Einkäufe durchführen zu können. Da Barren z.B. im Falle des Goldes jedoch auch ab einer Größenordnung von 1 Gramm angeboten werden, ist dieser Vorteil eigentlich nicht auf Münzen begrenzt. Ein schlagenderes Argument für Münzen wäre da die Fälschungssicherheit. Die feinen Strukturen vieler Gold-Anlagemünzen lassen sich nur schwer mit anderen Metallen nachahmen. Zudem besteht insbesondere bei größeren Goldbarren das Risiko, dass ihr Innenleben aus Wolfram besteht – hiermit kann das hohe spezifische Gewicht von Gold zu einem Bruchteil des Preises imitiert werden. Seit einigen Wochen kursieren zwar auch Nachrichten, gefälschte „Wiener Philharmoniker“ 1 Unzen-Münzen seien an Bankschaltern von Betrügern an die Institute verkauft worden – jedoch waren diese sogar mit einem kleinen Vermerk „copy“ versehen, so dass eine einfache aber genaue Sichtprüfung genügt hätte, um den Betrügern eben nicht auf den Leim zu gehen.
Zu den erfreulicheren Aspekten eines Investments: Dass Münzen ganz einfach schön sein können, darf wohl als Konsens gelten. Ein Maple Leaf oder ein Krügerrand sind doch sicherlich die schönste Art, an einen Trip in die kanadischen Rockies oder an Safaris im gleichnamigen Nationalpark erinnert zu werden.
Zusammengefasst: Barren sind lageroptimierend, Münzen dafür schön und sicher. Geringe Stückelungen sind bei beiden machbar.
Häufig wird behauptet, „große Barren“ seien per se günstiger als „kleine Münzen“. Ist das so? Ich habe an einem verregneten Sonntag -dem 9. Oktober- einen kleinen, nicht repräsentativen, aber immerhin empirischen Internet-Research durchgeführt und mich auf die Suche nach den günstigsten Preisen einer Reihe interessanter Gold- und Silber-Anlageprodukte gemacht – dies natürlich nur bei renommierten und namhaften Online-Edelmetallversandhäusern. Hier das Resultat, zunächst für meinen persönlichen Favoriten Silber:
Bei Silber scheint die landläufige Weisheit nach unserem Research nicht zu gelten. Dies ist nachvollziehbar – auch bei großen Barren kann ihr Nachteil durch die höhere Mehrwertsteuer nicht ausgeglichen werden. Der Klassiker 1-Unzen-Münze kann aber durch sehr große Münzbarren knapp geschlagen werden, es handelte sich hierbei mit den Cook-Islands Barren um den Klassiker in diesem Produktsegment. Keinen Preisvorteil bieten Münzgrößen oberhalb der 1-Unzen Münze – diese ist ein solcher Standardartikel, dass die größeren Exoten teurer sind.
Wie schaut´s beim Golde aus?
Mehrwertsteuer-Effekte gibt es hier nicht – „Groß ist günstig“ gilt hier somit durchgängig. Die sehr kleinen Zehntelunzen sind fast 10% teurer als der Referenzwert 1-Unzen-Münze. Barren werden mit steigender Größe günstiger – erstaunlich ist der Preis des sehr günstigen 1-Unze-Barren, der günstiger ist als die entsprechende 1-Unze-Münze.
Persönliches Fazit: Bei Silber lohnen traditionelle Barren aufgrund des Mehrwertsteuersatzes nicht. Der Klassiker 1-Unzen Münze bietet bereits einen sehr guten Preis, der mit großen Münzbarren optimiert werden kann. Für Gold gilt durchgängig: Je größer, desto günstiger. In Abhängigkeit von den eigenen Erwartungen können jedoch für beide Edelmetalle auch 1-Unzen-Münzen sehr interessant sein, insbesondere wenn kleinere Stückelungen angestrebt werden. Jedoch: Generell eignen sich sehr kleine Stückelungen unterhalb einer Unze wohl nur in drei Fällen. Erstens als Geschenk. Zudem wenn der eigene Geldbeutel ein größeres Investment schlicht nicht zulässt. Drittens, wenn die eigene Erwartungshaltung zum Verlauf der Krise beinhaltet, dass in der Zukunft Transaktionen -vor allem Einkäufe im Alltag- auf Basis dieser Edelmetalle durchzuführen sind – und sei es in einer kurzen Phase.






