Das Geheimnis “erfolgreicher” EFSF- & Staatsanleihen
(Update vom 7. Januar 2012) Zuletzt wird in den Medien viel über die “erfolgreichen” neuen Emissionen von Staatsanleihen berichtet. Und auch der Rettungsschirm EFSF hat nach anfänglichem Scheitern plötzlich Erfolg bei der Platzierung seiner Anleihen. Ist da etwa über den Jahreswechsel ein Ende der Krise in Sichtweite gekommen? Das Jubeln gehört in der Branche und Politik zum Handwerk, jedoch:
Im Dezember 2011 hat die EZB über ihren neuen “Dreijahrestender” den Planeten Erde mit 489 Mrd. neuen Euros beglückt (489.000.000.000, also z.B. gut 6000 € pro Bundesbürger). Drei Jahre lang läuft dieser Anschub für die ausgetrockneten europäischen Geldmärkte und ist somit eine wahre Finanzinnovation – so etwas gab es bisher nicht.
Insgesamt haben die Banken weit mehr Geld abgerufen, als dies zuvor vermutet worden war. Wurden aber alleine die Banken gestützt? Mitnichten:
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Die EZB macht mit ihrer Geldschwemme über die Hintertür genau das, wogegen sie sich bislang öffentlich sträubt: Sie wirft die Notenpresse an, um indirekt Schulden der wackelnden Euro-Staaten zu finanzieren.
…so schätzte das Handelblatt die Aktion direkt ein - und so ist es wohl auch. Die Hoffnung hinter der spektakulären Aktion der EZB ist recht klar - mit diesen riesigen Mengen billigen Geldes sollen die Banken letztlich die Anleihen der Krisenstaaten kaufen und diese damit finanzieren. Gelänge dies in großem Maßstab wäre die EZB fein raus und würde sich -für alle, die dies nicht durchschauen- “öffentlich” (s.o.) die Hände bzgl. der Finanzierung von Staaten in Unschuld waschen – und in der Tat gelingt es:
“Seit die EZB ihr rund 500 Milliarden schweres, drei Jahre laufendes Refinanzierungsgeschäft aufgelegt hat, haben wir Anleiheemissionen gesehen, die ordentlich gelaufen sind”, so der französische Notenbankchef Christian Noyer, der im Interview mit “Europe 1″ den Zusammenhang aus Geldschöpfung und verkauften Staatsanleihen auch noch deutlicher herstellt (Quelle: Reuters)
Hinter den zuletzt “gut” gelaufenen Anleiheemmissionen steckt also kein Ende der Krise – es wird lediglich Kosmetik betrieben. Mit ganz viel neuem Geld…

