Silber kaufen – Silberpreis bei Silbermünzen & Silberbarren

“Inflationsschutz” ist derzeit für viele Anlager und besorgte Sparer ein wesentlicher Grund für den Silberkauf. Wer Silber kaufen möchte, sieht sich dabei einer Vielzahl unterschiedlicher Anlageprodukte gegenüber. Es kommen aber zu aktuellen Krisensituation noch einige Gründe hinzu, die Silber als Investment auch langfristig -möglicherweise eben über die heutige Krise hinaus- interessant erscheinen lassen.

Im ersten Teil dieses Beitrags möchten ich daher zunächst die “Pros” und auch die “Contras” eines Silberkaufs darstellen. Im zweiten Teil haben ich dann untersucht, welche Anlageformen für physisches Silber am interessantesten sind – Silbermünzen, Silberbarren oder der ungewöhnliche Zwitter: Die “Münzbarren”.

Silber: “Das Gold des kleinen Mannes”

„Kleiner Mann – ich? Das ist doch unerhört!“ Der eine oder andere europäische Staatenlenker und selbsternannte Krisenmanager würde vielleicht mit solch einer empört vorgetragenen Begründung den Silberkauf ablehnen. Rational betrachtet und ohne die Notwendigkeit, das eigene Ego permanent kühlen zu müssen, spricht aber einiges für den Kauf des weißen Edelmetalls, und dies eben nicht nur wegen „der Krise“.

Silber-Investor?

Der wesentliche und langfristig hochinteressante Grund ist vor allem, dass Silber ge- und verbraucht wird. Ca. 70% des aktuell geförderten Silbers werden verbraucht. Dies ist beim großen Bruder Gold nur in sehr geringem Maße der Fall. Silber jedoch wird für eine Vielzahl von Anwendungen benötigt und ist derzeit dabei weitgehend nicht substituierbar. Hinzu kommt, dass diese Anwendungsbereiche an Volumen zunehmen, liegen sie doch in der High-Tech-Industrie, in Anwendungen wie der Wasseraufbereitung oder als Nano-Silber, dass in kleinen Spuren in Textilien verarbeitet Keime zerstört. Auch für die Produktion von RFID-Transpondern wird das weisse Edelmetall benötigt.

Die wesentlichen Eigenschaften, die Silber für diese Anwendungen prädestinieren sind seine außerordentliche Wärme- und Stromleitfähigkeit und seine aseptische Wirkung. In der Tat übersteigt die Silbernachfrage mittlerweile das Volumen der Silberförderung erheblich - ca. 21.000 Tonnen “neuen” Silbers jährlich steht eine Nachfrage von 25.000 gegenüber. Der Nachfrageüberhang wird -noch- aus Beständen gedeckt.

Zudem: Das wichtigste monetäre Metall der Geschichte ist Silber, nicht Gold“ – Milton Friedman

Silber war zumeist auch Geld und zwar öfter als das Gold selbst es war. Silber ist Geldwert und unverzichtbarer Rohstoff in Personalunion.  Und: Im Gegensatz zu unserem offiziellen aktuellen Geld kann Silber -wie Gold auch- nicht durch die Bernankes und Draghis dieser Welt faktisch unbegrenzt vermehrt werden. Die Reichweite der wirtschaftlich abbaubaren Reserven dürfte derzeit bei ca. 12-13 Jahren liegen, laut einer recht aktuellen Studie des Fraunhofer Instituts dürfte in der Tat Silber der unverzichtbare Rohstoff sein, der als Erstes zur Neige gehen wird.

Ein weiteres wichtiges Argument pro-Silber ist eher statistischer Natur: Das Gold-Silber-Ratio, das den Marktpreis beider Elemente in Relation zueinander setzt, liegt langfristig bei ca. 16. Aktuell liegt es jedoch bei ca. 53, Silber ist also derzeit vergleichweise billig im Vergleich zum großen Bruder. Echte „Silver-Bugs“ hoffen, das langfristige Ratio von 16 wird sich wieder herstellen – bei gleichbleibendem Goldpreis müsste sich der Silberpreis dann mehr als verdoppeln.

Die Schokoladenseite des Silbers ist zugleich auch seine potenzielle Schattenseite: Silber wird in der Industrie ge- und verbraucht… was bei heftigeren konjunkturellen Abschwüngen auch einen entsprechenden Silber-Preisrückgang verursachen könnte.

Persönliche Einschätzung des Verfassers: Im Verlauf der Silberpreisentwicklung locken höhere Höhen und drohen tiefere relative Korrekturen. Konjunkturelle Risiken sollten mittelfristig bei einem Investment beachtet werden. Langfristig und wirklich langfristig ist das Wertsteigerungspotenzial dem des Goldes überlegen. Die Mischung zwischen Silber und Golde sollte dahingehend und vor dem persönlichen (Erwartungs-)Horizont nüchtern abgewägt werden.

Silber – Was kaufen? Silbermünzen, Silberbarren oder Münzbarren? Und welche Größe?

Wer wirklich krisensicher in Silber investieren möchte, kommt um seinen physischen Erwerb also nicht herum. Es existiert eine breite Auswahl an unterschiedlichen Produkten – vom 1 Gramm-Barren über unterschiedlichste Silber-Anlagemünzen bis hin zu Multi-Kilo-Silberbarren. Was das Herz erfreut, kann den Verstand aber verwirren. Ich stelle daher hier eine Reihe von Kriterien vor, um das Richtige für den eigenen Silberkauf zu finden und habe auch die Preise für interessante Silbermünzen und -barrengrößen bei seriösen Internet-Edelmetallversendern verglichen.

Silberbarren, Silbermünzen und die Münzbarren sind die wohl gängigsten Möglichkeiten des physischen  Investments in Silber. Auch Silber-Granulate der Scheideanstalten oder Silber-Sammlermünzen sind denkbar, werden in diesem Beitrag aber nicht betrachtet, da sie keine typischen Investments für Silberanleger mit Fokus auf eben “Silber” sind.

"Schön": Maple Leaf aus Kanada

Zunächst spielt die Mehrwertsteuer eine gewichtige Rolle bei der Wahl des Investments. Vereinfacht formuliert unterliegen Silbermünzen mit offizieller Zahlungsmittelfunktion dem ermäßigten MwSt-Satz von 7%. Silberbarren hingegen werden mit den vollen 19% veranlagt. Dies hat 2007 zur Ausprägung eines Zwitters, des Silber-Münzbarren, geführt. Es handelt sich hierbei also um Barren, die ebenfalls eine Zahlungsfunktion in einem Land dieser Erde haben und somit in Deutschland dem niedrigeren MwSt-Satz (7%) unterliegen. Die Silberbarren haben also im Hinblick auf die Mehrwertsteuer einen Nachteil gegenüber Silbermünzen und -münzbarren.

Silberbarren und auch Münzbarren sind natürlich stapelbar. Lagervolumen lässt sich somit ganz einfach besser ausnutzen. Eine geringe „Stückelung“ hingegen ist, was viele an Silbermünzen erfreut. Der Hintergedanke ist zumeist, dass Silber in kleinen Einheiten wirklich ein praktikables Tauschmittel darstellet – z.B. um im Falle eines akuten Währungs-Kollaps des Euro Einkäufe durchführen zu können. 

Ein schlagenderes Argument für Silbermünzen ist die Fälschungssicherheit. Die feinen Strukturen vieler Silber-Anlagemünzen lassen sich nicht ohne Weiteres von Laien nachahmen. Dass Silbermünzen ganz einfach schön sein können, darf wohl als Konsens gelten. Ein “Maple Leaf” oder ein “Wiener Philharmoniker” sind doch sicherlich die schönste Art, an einen Trip in die kanadischen Rockies oder an einen Besuch in Wien erinnert zu werden.
Zusammengefasst: Silberbarren sind lageroptimierend, Silbermünzen dafür schön, sicher und “alltagstauglich” wenn sie für Tauschgeschäfte im Alltag benötigt werden..

Häufig wird behauptet, „große Silberbarren“ seien per se günstiger als „kleine Silbermünzen“. Ist das so? Ich  habe dazu einen kleinen, nicht repräsentativen, aber immerhin empirischen Internet-Research durchgeführt und mich auf die Suche nach den  günstigsten Preisen einer Reihe interessanter Silber-Anlageprodukte gemacht – dies natürlich nur bei renommierten und namhaften Online-Edelmetallversandhäusern. Hier das Resultat:

Was fällt auf: Zunächst sind die Silberbarren preislich nicht lohnend. Der Hintergrund ist der beschriebene hohe Mehrwertsteuer-Satz. Erstaunlich gut für solch ein kleines Produkt schlägt sich die 1-Unzen-Silbermünze, die hier mit 100% als Referenzwert für die übrigen Produkte genommen wurde. Der Grund für das gute Abschneiden der Silberunze liegt auf der Hand: Es handelt sich um das Massenprodukt schlechthin im Silbermarkt.

Besser als die Silberunze schlägt sich haarscharf  die 1-Kg-Münze, allerdings ist ein Vorteil von 0,35% für viele sicherlich zu vernachlässigen. Gleiches gilt den Silber-Münzbarren mit 100 Unzen Silber, der 0,19% günstiger als die SIlberunze zu haben ist.

Mein Fazit: Die Silberunze ist zu Recht der Klassiker unter den Silber-Anlagen und wer hier günstig und bei einem seriösen Anbieter zugreift, macht keinen Fehler. Wer Lagerhaltung oder aber Prozentpunkte “hinter dem Komma” optimieren möchte, kann zu sehr großen Silbermünzen (ab 1 KG) oder -ebenfalls großen- Silber-Münzbarren greifen. Klassische Silberbarren oder exotische kleinere Silbermünzen lohnen nicht, wenn ein Investment in das Material Silber erfolgen soll, also keine Sammlerei verfolgt wird.
Aber: Bitte im Einzelfall immer selbst nachrechnen – die Analyse hier ist eine Stichprobe und die sehr kleinen Unterschiede können sich im konkreten Falle auch in Luft auflösen… oder ins Gegenteil umkehren.

2 Kommentare zu „Silber kaufen – Silberpreis bei Silbermünzen & Silberbarren“

  • SUPERSCHWIEGERSOHN:

    Das sehe ich auch so! Das spannende an Silber ist sicherlich, dass es nicht “nur” zur Überbrückung der Krise des Finanzsystems eine gute Idee ist – es wird auch ganz einfach schon bald richtig knapp und wird dringend benötigt.
    Wer zum “richtigen Zeitpunkt zuschlägt” kann das natürlich tun. Ansonsten kann auch der Cost-Average-Effekt genutzt werden, d.h. es wird im Zeitablauf regelmäßig eine bestimmte Summe zum dann gültigen Preis investiert – bei günstigen Preisen wird also mehr Menge gekauft.
    Eine gute Idee zwischen beiden Ansätzen: Es wird regelmäßig ein “Budget” für das Investment bereit gestellt und dann recht zeitnah bei einem relativen Preistief die Gunst der Stunde genutzt.
    Das alles geht natürlich nicht nur mit Silber-Investmens so…

  • Ich glaube man muss die Preise in Zukunft einfach im Auge behalten und dann im passenden Zeitpunkt zuschlagen. Dann wird sich ein Kauf auf jeden Fall lohnen, denn hier kann man ganz sicher noch mit einer Steigerung des Wertes rechnen.

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Henry Ford (1863-1947)
„Eigentlich ist es gut, dass die Menschen der Nation unser Banken- und Währungssystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution vor morgen früh.“

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